Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie)
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Kinder- und Jugendlichentherapeut
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)
Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie)
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Kinder- und Jugendlichentherapeut
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)

Stimmenhören

Das Hören von Stimmen ohne dass eine Person anwesend ist – beziehungsweise um den diagnostisch korrekten Ausdruck zu gebrauchen – akustische Halluzinationen sind ein Phänomen, das mich schon länger interessiert und mit dem ich mich intensiv auseinandergesetzt habe. Ich arbeite auch in meiner Praxis häufig mit Stimmen hörenden Personen.
Allgemein verbreitet ist ja die Vorstellung vom Hören von Stimmen als einem Symptom der Schizophrenie – diese Gleichsetzung stimmt so allerdings nicht. Stimmenhören tritt relativ häufig auch bei psychisch vollkommen gesunden Personen auf. Außerdem weiß man heute, dass Stimmenhören ein relativ häufiges Folgesymptom von traumatischen Erfahrungen ist.
Sehr wichtig ist auch, dass es Personen gibt die regelmäßig Stimmen hören, aber mit dieser außergewöhnlichen Erfahrung gut umgehen können, keine psychischen Probleme entwickeln und daher auch keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Dieses Phänomen psychisch vollkommen gesunder stimmenhörender Personen wurde von der Arbeitsgruppe um den inzwischen emeritierten Psychiater Prof. Marius Romme und seiner Kollegin Dr. Sandra Escher von der Universität in Maastricht/Niederlande intensiv erforscht.
Ich habe in meiner über zehnjährigen Arbeit beim Verein ‚Exit-Sozial’ in Linz viele KlientInnen betreut, die Diagnosen wie z.B. die einer Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung hatten und unter akustischen Halluzinationen litten, die oftmals auch unter Medikamenteneinnahme nicht verschwanden. Dieses Phänomen hat mich immer sehr interessiert. Mit der Zeit konnte dann auch ich Leute kennen lernen, die Stimmen hören, aber mit diesen so umgehen können, dass sie dennoch psychisch stabil sind. Da waren durchaus Personen dabei, die ebenfalls schwerwiegende Diagnosen wie Schizophrenie in der Vergangenheit erhalten hatten. Und ich konnte bei meiner Tätigkeit bei Exit-Sozial auch Alternativen – oder wohl besser, richtiger formuliert: Ergänzungen – zur üblichen psychiatrischen Behandlung kennen lernen, die bekanntermaßen hauptsächlich in der – oft ja auch sehr hilfreichen – Gabe von antipsychotischen Medikamenten besteht. Aber, wie gesagt, und das ist auch in der psychiatrischen Fachliteratur belegt: Es gibt einen gar nicht so kleinen Prozentsatz an Patienten, bei denen Symptome wie akustische Halluzinationen auch unter Medikamenteneinnahme nicht völlig verschwinden. Und meiner Erfahrung nach können hier manche alternativen Ansätze weiterhelfen. Eine solche sinnvolle Ergänzung ist meiner Erfahrung nach der gegenseitige Austausch von Betroffenen.

So hat Exit-Sozial eine Selbsthilfegruppe für stimmenhörende Personen in Linz mitbegründet, die die älteste bestehende Einrichtung dieser Art im deutschsprachigen Raum ist. Diese Gruppe speist sich und ist entstanden aus der internationalen Stimmenhörer-Selbsthilfebewegung, zu der sie mehr Informationen unter: www.stimmenhoeren.at und unter www.intervoiceonline.org finden können. Der wesentliche Punkt in diesem Ansatz ist der Versuch, dem was die Stimmen der Person sagen, einen Sinn abzugewinnen und diese Bedeutung der Stimmen mit dem eigenen Leben zu verbinden. Diese an sich einfache Idee habe ich als äußerst hilfreich in meiner Arbeit mit stimmenhörenden Menschen – ganz gleich ob diese eine psychiatrische Diagnose erhalten hatten oder nicht – erlebt. Als Hilfe für diesen Verstehensprozess kann auch das sogenannte ‚Maastricht-Interview’ dienen, das ursprünglich als Forschungsinstrument von der schon erwähnten Forschungsgruppe um Prof. Marius Romme konzipiert wurde, aber eben auch ein therapeutisch hilfreiches Instrument sein kann. Ich konnte dieses Interview im Rahmen einer Fortbildung bei Exit-Sozial kennen lernen. Die Forschung von Prof. Romme und KollegInnen hat eben auch gezeigt, dass es KlientInnen, die ihre Stimme(n)  in ihre Lebensgeschichte integrieren können – wozu dieses Interview eine Hilfestellung in diesem Prozess sein kann –  in der Regel in der Folge psychisch besser geht. Im deutsprachigen Raum wird übrigens eine Fortbildung in der „erfahrungsfokussierten Beratung“ mit diesem Interview vom EfC-Institut in Hannover angeboten (www.efc-institut.de). In der Fachzeitschrift „Psychosis“ wurde inzwischen auch eine Studie veröffentlicht, die zeigt dass dieser Ansatz funktioniert

Wenn Sie der hier skizzierte Ansatz zum Umgang mit dem Phänomen Stimmenhören interessiert, bin ich gerne bereit Ihnen bei einem persönlichen Gespräch nähere Auskünfte zu geben.