Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie, ÖAS)
Klinischer und Gesundheitspsychologe (BÖP)
Weiterbildung Kinder- und Jugendlichentherapie (VPA)
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)
Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie, ÖAS)
Klinischer und Gesundheitspsychologe (BÖP)
Weiterbildung Kinder- und Jugendlichentherapie (VPA)
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)

Zwangsstörungen

Von einer Zwangsstörung spricht man, wenn entweder sogenannte Zwangsgedanken – die sich quälend aufdrängen, oft für den Betroffenen unannehmbare Inhalte haben und gegen die die betroffene Person daher, allerdings ohne Erfolg, ankämpft – oder Zwangshandlungen auftreten – das sind bestimmte ritualisierte Verhaltensweisen, von denen die betroffene Person die untrügliche Gewissheit hat, diese genau so und nicht anders vollführen zu müssen, um Schlimmeres zu verhindern.
Es können auch Zwangshandlungen und Zwangsgedanken zusammen auftreten.
Angstsymptome sind üblicherweise zusätzlich vorhanden, wobei die Angst stärker wird, wenn Zwangshandlungen nicht vollführt werden können.
Zwangshandlungen können sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und so einen normalen Tagesablauf erheblich behindern – eine Ursache dafür ist Folgendes: Oft schwächt sich mit der Zeit das subjektive Gefühl, mittels der Zwangshandlung Schlimmeres verhindert zu haben, immer mehr ab und die Zwangshandlungen selber müssen immer mehr ausgedehnt werden, um noch den nötigen ‚Erfolg’ zu haben.
Zwangsstörungen galten und gelten oft immer noch als relativ schwer behandelbar. Es gibt aber sehr wohl spezifisch für diese Störung entwickelte Psychotherapieformen, wobei vor allem die Verhaltenstherapie hier erwähnt werden muss (wie auch bei den Angststörungen). Allerdings hat auch die systemische Therapie hier hilfreiche Techniken entwickelt, die oft aus der sogenannten strategischen Therapie stammen – eine Therapierichtung, die zwar nicht mehr ‚modern‘ ist, aber mit Paul Watzlawick einen auch hierzulande sehr bekannten Vertreter hatte. Die Bücher des italienischen Psychologen und Psychotherapeuten Giorgi Nardone geben einen Einblick in diese etwas ungewöhnliche Art systemischer Therapie mit Zwängen (und auch Angststörungen) umzugehen.

In gewisser Weise wird mit dem Zwang versucht, keinesfalls eine wie auch immer geartete Schuld auf sich zu laden. Da es aber im Leben keine wie auch immer geartete hundertprozentige Sicherheit geben kann, muss es bei der Therapie von Zwangsstörungen darum gehen, ‚normale’ Unsicherheit, die zum Leben dazu gehört, sozusagen ertragen zu lernen. Das heißt auch, dass man sich – ähnlich wie bei Angststörungen – seinen Ängsten aussetzen muss, z. B. indem man die üblichen Zwangshandlungen unterlässt. Es kann dann aber auch sein, dass – wenn man das schafft – sozusagen ‚hinter‘ dem Zwang starke Emotionen und/oder Erinnerungen an schwierige Lebensereignisse auftauchen – das zeigt eigentlich nur, dass der Zwang oft einen sehr guten Grund hatte, da zu sein. Auch solche Themen lassen sich natürlich gut therapeutisch bearbeiten.

Das soeben skizzierte Vorgehen, sich seinen Ängsten dosiert auszusetzen zu versuchen, hat sich genauso bei Zwangsgedanken bewährt – hier bedeutet es aber ein bisschen etwas Anderes. Es geht hier geht es darum, sich diesen Gedanken auszusetzen, statt sie aktiv zu bekämpfen – und die Gedanken dann auch wieder ‚gehen zu lassen‘  (ein sehr gutes Buch, dass diesen Therapieansatz bei Zwangsgedanken sehr gut verständlich erklärt und so auch für Betroffene sehr gut geignet ist: Lee Bear, Der Kobold im Kopf, erschienen bei Hans Huber, Bern).

Mir ist natürlich bewusst, dass dies sehr schwierige, da mit sehr viel Angst verbundene Therapieschritte sind. Der mögliche Erfolg spricht allerdings für das hier skizzierte Vorgehen. Diese Vorgangsweise schließt natürlich zusätzliche medikamentöse Unterstützung nicht aus – es ist aber wichtig, nicht mittels Medikation die nötige Auseinandersetzung völlig zu vermeiden.