Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie)
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Kinder- und Jugendlichentherapeut
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)
Psychotherapie, Coaching, Supervision
Mag. Helmut Egger
Psychotherapeut (Systemische Familientherapie)
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Kinder- und Jugendlichentherapeut
Praxis: 5023 Salzburg Zeisigstr. 30 (Gemeinschaftspraxis Gnigl)
4020 Linz Volksfeststrasse 12 (Praxisgemeinschaft Rundherum)

Jeder erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält.

Max Frisch, Mein Name sei Gantenbein

Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist, was geschieht mit dem Rest?

Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon

Narrative Therapie

Welche Spuren möchten Sie in Ihrem Leben hinterlassen?

 

Der Grundgedanke der narrativ orientierten Psychotherapie besteht darin, dass Menschen ihre Identität mit Hilfe von Geschichten ‚erzeugen’ – den Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, aber auch den Geschichten die andere über sie erzählen. Diese Sichtweise passt auch durchaus zu dem, was wir heute über die Funktionsweise und die Entstehung des menschlichen Gedächtnisses in der kindlichen Entwicklung wissen – so gesehen ist Erinnerung etwas zutiefst ‚subjektives’, mit der Persönlichkeit und Identität verwobenes.

Solche ‚Identitäts’-Geschichten können problematisch sein, wenn sie die persönlichen Möglichkeiten einengen. Eine solche einengende Geschichte könnte etwas plakativ auf den Punkt gebracht zum Beispiel lauten: Ich bin ein Versager, mir gelingt nie etwas (in anderen therapeutischen Schulen gibt es andere Begriffe für solche ‚Lebensmotti’: Schemata, Skripts, Glaubenssätze etc.)

Ein weiterer wichtiger Gedanke in diesem therapeutischen Vorgehen ist, dass es unmöglich ist, alles was man erlebt in diesen erzählten Geschichten ‚unterzubringen’ – es gibt immer auch ‚Ungesagtes’, das erlebt aber nicht erzählt wird. Die Aufgabe des Psychotherapeuten wird nun darin gesehen, dem Klienten, der Klientin dabei zu helfen Zugang zu diesem ‚Ungesagten’ zu ermöglichen, um damit eine andere und sein Leben weniger einengende, sondern mehr neue Möglichkeiten und Sichtweisen eröffnende Geschichte entwickeln zu können. Es geht nicht darum, dass die einengende bisherige Geschichte ‚falsch’ und die neue Geschichte ‚richtig’ wäre – vielmehr gibt es einfach viele mögliche und nicht nur eine einzige ‚richtige’ Sichtweise, die man auf das eigene Leben einnehmen kann.

Mit diesem Ansatz verbunden ist auch eine optimistische Sicht auf Psychotherapie, denn sie geht davon aus dass sich Menschen in relativ kurzer Zeit ändern und Lebensprobleme hinter sich lassen können. Hier zeigen sich Ähnlichkeiten zur lösungsorientierten Kurztherapie.

Für mich ist die narrative Therapie nicht einfach eine Methode, die ich anwende, sondern eine therapeutische Haltung, die meine Arbeitsweise und meine therapeutische Haltung sehr stark bestimmt. Kennen lernen durfte ich diese Art therapeutisch zu arbeiten durch meine Lehrtherapeuten in der ÖAS in Salzburg, Dr. Gerhard Walter und vor allem durch den leider viel zu früh verstorbenen Rudolf Kronbichler, von dem ich sehr viel lernen durfte.

Meine praktische Erfahrung mit den aus der narrativen Therapie abgeleiteten Formen der therapeutischen Gesprächsführung hat mir weiters gezeigt, dass diese durchaus auch in schwierigen Situationen, wie psychischen Krisen als auch bei schwerwiegenden und chronifizierten psychischen Störungen hilfreich sein können. Ebenso sind sie ein wichtiger Teil meiner praktischen Arbeit in der Paar- und Familientherapie.